Was bleibt, wenn ein Mensch gehen muss?

Ihr Stammplatz ist leer; die Nadeln haben aufgehört zu klappern, ihre Stimme schweigt beim Volksliedersingen. Still und in sich gekehrt ist sie gewesen, die Dame, die am Wochenende verstorben ist. Für „Smalltalk“ war sie nie zu haben. Handarbeiten waren ihre liebste Beschäftigung in all den langen Jahren, die sie bei uns verbracht hat. In den Kuscheltieren auf dem Wohnbereich fand sie dankbare Abnehmer – ob Schals für Schafe, Kleider oder „Geweihmützen“ für modebewusste Elchdamen – ihr Fleiß war offensichtlich. Der Tod hat ein Band zerschnitten, doch etwas bleibt von jedem Menschen zurück und wird das Haus fortan prägen: Die Erinnerung an eine ganz eigene Persönlichkeit, die genau wusste, was sie möchte – und was nicht. Für sie gilt, was für alle Verstorbenen des Heims gilt: Ein Mensch ist gegangen – doch sein Wirken bleibt.